1. Wiederverwendung, eine schnellere und wirtschaftlichere Lösung in städtischen Gebieten
Die Wiederverwendung wird, insbesondere in dicht besiedelten Stadtzentren, zu einer viel schnelleren und kostengünstigeren Lösung im Vergleich zu Neubauten. Was früher als komplexer und teurer Prozess galt, hat sich heute als zeitsparender erwiesen, als bei Null anzufangen. Laut Matthew Malone von Taconic Partners „erfordert der Abriss und Wiederaufbau eines Gebäudes in einem städtischen Umfeld astronomische Mengen an Zeit und Geld“. Dank der Wiederverwendungsprojekte von Taconic (West End Labs, Iron Horse Labs und Hudson Research Center) konnten 18 bis 24 Monate an Projektlaufzeit eingespart werden. Malone sagt: „Jedes Gebäude ist einzigartig, aber mit den richtigen Partnern ist der Prozess es wert.“
2. Die Wiederverwendung alter Gebäude bedeutet nicht länger, Abstriche bei der Flexibilität zu machen
Herausforderungen historischer Gebäude, wie feste Deckenhöhen oder Stützenraster, werden durch erfahrene Designer zu Vorteilen. Beim Innolabs-Projekt in New York fügten die Architekten 120.000 Quadratfuß flexibler Fläche zur bestehenden Struktur hinzu und schufen so ein Design, das sich an zukünftige Nutzerbedürfnisse anpassen lässt. Ed Jaram von King Street Properties sagt: „Wir haben neue Komponenten mit alten synthetisiert und so eine ästhetisch und funktional harmonische Struktur geschaffen.“ Dieser Ansatz macht die Flexibilität zwischen verschiedenen Mieterprofilen zu einem Schlüsselfaktor für den Erfolg des Projekts.
3. Die Umgestaltung der Umgebung bestehender Gebäude fördert die Interaktion mit der Gemeinschaft
Die Wiederverwendung beschränkt sich nicht nur auf das Innere von Gebäuden; auch die umliegenden öffentlichen Bereiche bieten Transformationsmöglichkeiten. Das Davis Square Plaza Projekt in Somerville, Massachusetts, verwandelte einen wenig genutzten Bereich in einen lebendigen Platz, indem es historische Strukturen mit modernen Laboren und Einzelhandelsflächen kombinierte. Unterstützt durch Stadtmöbel, Bepflanzung und spezielle Beleuchtung wurde das Projekt zu einem Treffpunkt für die lokale Gemeinschaft. Wie Architekt Ryan Kurlbaum feststellt: „Solche Bereiche ermöglichen die Wiederbelebung von Vierteln und die Stärkung des Gemeinschaftsgefühls.“
4. Bürokomplexe in Vorstädten bieten Chancen für eine neue Generation von Entwicklern
Mit dem Trend zur Rückkehr in die Vorstädte nach der Pandemie werden alte Bürokomplexe neu bewertet. Das Renovierungsprojekt 191 Spring Street von Boston Properties in Lexington ist ein starkes Beispiel dafür. Die Fassade des Gebäudes wurde erneuert, das natürliche Licht erhöht, und im Innenbereich wurden Betonwände erhalten, um eine texturale Vielfalt zu erzielen. Mit einer neuen Dachterrasse und Stadtblick wurde der Bereich zu einem einladenden Ort für Mitarbeiter. Jaram sagt: „Ein Gefühl des Ortes und des Gemeinschaftsgeistes sind entscheidend – welche Nutzungskombination funktioniert, ist eine absolute Kunst.“
5. Wiederverwendung als wegweisender Schritt zur Dekarbonisierung
Laut einem McKinsey-Bericht von 2022 ist die Dekarbonisierung von Immobilienvermögen einer der drei Kernschritte für nachhaltiges Wachstum. Die Wiederverwendung steht im Mittelpunkt dieses Prozesses: Da sie keinen Neubau erfordert, reduziert sie den grauen Kohlenstoff und die eingesparten Mittel können in energieeffiziente Systeme reinvestiert werden. Die Projekte Davis Square Plaza (LEED Platinum), Innolabs und 191 Spring sind alle LEED Gold zertifiziert. Malone sagt: „Bestehende Strukturen, die mit neuen Systemen aufgerüstet werden, sparen im Vergleich zu allen anderen Bauweisen deutlich mehr Ressourcen ein.“
